Da wo Bienen sind, ist die Welt noch in Ordnung!

Andreas Hofenauer und Arne Rehm haben sichtlich (Vor-) Freude auf das Hobby-Imkern bei der Schreiner Group

Andreas Hofenauer und Arne Rehm haben sichtlich (Vor-) Freude auf das Hobby-Imkern bei der Schreiner Group

Rund 80 Prozent der zu bestäubenden Kultur- und Wildpflanzen in Deutschland werden von Wild- und Honigbienen bestäubt. Bienen sind damit von enormer Bedeutung für die Landwirtschaft und gehören zu unseren wichtigsten Nutztieren. Doch die Bestände sind stark gefährdet, unsere heimischen Bienen sind alles andere als robust. Pestizide, vom Menschen eingerichtete Monokulturen und vor allem die eingeschleppte Varroa-Milbe setzen ihnen arg zu. Dieses „Bienensterben“ ist ein echtes Problem für unsere heimische Flora geworden. Ohne den Menschen könnten Bienen heute nicht mehr überleben. So ziemlich jede einzelne Honigbiene, die man in Deutschland fliegen sieht, gehört einem Imker.

Einer davon ist unser Kollege Andreas Hofenauer, seit Januar 2014 als Produktscout bei Schreiner MediPharm tätig. Der 40-Jährige ist seit fünf Jahren ein begeisterter Hobbyimker von inzwischen 20 Bienenvölkern. Er war es auch, der die Idee in die Schreiner Group brachte, aktiv etwas für den Erhalt der Honigbiene zu tun. Als Unternehmen, das sich seiner ökologischen Verantwortung bewusst ist, werden wir ab Anfang Mai bis zu zehn Bienenvölkern ein neues Zuhause bieten. Im Interview mit dem Schreiner Group Blog erläutert Andreas Hofenauer, wie es zu diesem außergewöhnlichen Projekt gekommen ist und warum die Schreiner Group dem Motto „Bee Happy“ folgt.

_MG_8763Herr Hofenauer, wie kam es zur Idee, die Schreiner Group als neues Zuhause für zehn Bienenvölker zu gewinnen?
Als Scout ist es meine Aufgabe, quer zu denken und neue Ideen einzubringen. Im Gespräch mit meinem Kollegen Peter Seidl über mein Imkerhobby entstand der Gedanke, Bienenvölker hier auf dem Gelände der Schreiner Group einzuquartieren. Wir haben mit unserer parkähnlichen Anlage und der freien Natur im direkten Umkreis sehr gute Bedingungen. Auch Roland Schreiner war dem Thema gegenüber sehr aufgeschlossen und möchte auf diesem Weg ein Zeichen für ökologische Verantwortung setzen und aktiv gegen das Bienensterben vorgehen.

Worin liegt denn der konkrete Nutzen für die Schreiner Group?
Durch die Haltung von Bienen soll ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für ökologisches Bewusstsein geschaffen werden. Bienen sind Bioindikatoren für Schadstoffe in unserer Umgebung. Die Apis Mellifera, so nennt man unsere westliche Honigbiene, reagiert äußerst sensibel auf Giftstoffe aus der Umwelt. Schon kleine Mengen an Pestiziden oder Luftverschmutzung lassen die Tiere sterben. Da wo Bienen sind, ist die Welt noch in Ordnung! Es ist also ein Statement für unser umweltschonendes Produzieren, wenn wir hier Bienen halten können. Außerdem möchten wir aus dem Honig und dem Bienenwachs einzigartige, außergewöhnliche und somit auch persönliche Geschenkideen entwickeln. An den abgefüllten Gläschen oder Kerzen können wir zeigen, wie innovativ und funktionell unsere Etiketten sind. Ein Honigglas mit Verschlusssiegel. Das wäre doch ein echter Eye-Catcher! Der dritte Nutzen kommt direkt unseren Mitarbeitern zu Gute. Jeder hat die Möglichkeit, sich mit dem spannenden Thema Imkerei zu beschäftigen.

Hinter dem Parkhaus 2 finden bis zu zehn Bienenvölker ein neues Zuhause.

Hinter dem Parkhaus 2 finden bis zu zehn Bienenvölker ein neues Zuhause.

Wie wird das Projekt umgesetzt?
Ab Anfang Mai sollen sukzessiv bis zu zehn Bienenvölker an der Rückwand von Parkhaus 2 ein neues Zuhause finden. Wir suchen interessierte Mitarbeiter, die Lust haben, bei der Arbeit mit unseren Schreiner-Bienen aktiv mitzuhelfen. Bevor wir aber unsere Mitarbeiter auf die Bienen loslassen, bekommen sie natürlich eine Einweisung mit Theorie und Hintergrundwissen über die Imkerei. Durch „learning by doing“ werden sie dann Schritt für Schritt an die Aufgaben wie Bauerweiterung, Völkervermehrung, Honigernte, Varroabekämpfung und Wintereinfütterung herangeführt. Ein bis dreimal im Jahr erfolgt die Honigernte.

Die Arbeit mit Bienen erfolgt ruhig und behutsam. Sie ist auch nicht so zeitintensiv, wie man sich das vorstellt. Beispielsweise würde man zu dritt das nötige Pensum von zwei Stunden pro Woche locker bewältigen. Für mich ist die Arbeit mit Bienen ein toller und entspannender Ausgleich zum Arbeitsalltag. Es geht auch darum, „das Erlebnis Bienenvolk“ näher zu bringen. Bienen sind faszinierende Tiere und ich hoffe, dass ich meine Begeisterung an interessierte Kollegen weitergeben kann.

Das klingt spannend. Als freiwilliger Helfer hätte ich aber ein bisschen Respekt davor, gestochen zu werden…!
Ganz vermeiden kann man das natürlich nicht. Genauso wenig, wie man verhindern kann, dass man im Sommer von Mücken gestochen wird. Man kann sich jedoch recht effektiv davor schützen. Vorab bekommt jeder eine ausführliche Sicherheitseinweisung von mir. Die Bienen haben einen abgesperrten Bereich. Wir arbeiten nur mit entsprechenden Schutzanzügen. Außerdem beruhigen wir die Bienen mit Rauch. Das vermindert die Gefahr eines Stichs erheblich.

_MG_8773Welche Vorkehrungen wurden getroffen, um zu vermeiden, dass die Bienen den Arbeitsablauf beeinträchtigen?
Die Kästen stellen wir so auf, dass die Flugrichtung der Bienen auf das nahegelegene Feld ausgerichtet ist. Die Bienen sind isoliert und die Bienendichte auf dem Firmengelände wird sich nicht signifikant erhöhen. Ich kann auch Bedenken ausräumen, was das Parken im Parkhaus anbelangt. Es gibt keine Öffnungen an der Rückwand und Bienen meiden ohnehin dunkle Orte.

Für den Fall der Fälle werden wir auch gerüstet sein. Wir werden beispielsweise Hilfsets für Bienenstiche besorgen und an geeigneter Stelle hinterlegen wie zum Beispiel am Empfang. Sollten wider Erwarten größere Probleme auftauchen oder sich die Bienendichte auf dem Firmengelände signifikant erhöhen, wird das Projekt beendet.

Wie soll man denn jetzt vorgehen, wenn man sich für die Arbeit mit den Bienen interessiert?
Bei Interesse kann jeder Mitarbeiter auf mich zukommen. Ich werde dann über weitere Vorgehensweisen informieren. Ich freue mich auf eine tolle Zusammenarbeit und hoffe auf reges Interesse.

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