Druckausgleichselemente: Klein, aber fein (Teil 1)

Druckausgleichselemente: Unscheinbar und vielseitig.

Annette Barth

Dies ist der erste Part einer mehrteiligen Blogserie zu Druckausgleichselementen, kurz „DAEs“. Mit dieser neuen Rubrik möchte ich Ihnen gerne aufzeigen, welch enormes Potenzial in diesen kleinen, unscheinbaren Etiketten steckt.
Ich bin Annette Barth und als Produktmanagerin bei Schreiner ProTech, einem Geschäftsbereich der Schreiner Group, für DAEs zuständig.

Luft kann zirkulieren, Flüssigkeiten bleiben draußen.

Die meist runden Druckausgleichselemente haben einen Durchmesser von 3 bis 30 mm und bestehen außen aus einem selbstklebenden Klebstoffring oder sind ultraschallverschweißbar. Die Besonderheit ist die Membran im Kreisinneren. Sie sorgt für den Druckausgleich, indem sie elektronische Gehäuse be- und entlüftet.

So unspektakulär das klingt, so nützlich sind diese kleinen Teile. Und sie sind omnipräsent. Von Solardosen über Lawinensuchgeräte bis hin zu elektrischen Zahnbürsten – elektrische Bauteile sind ohne Druckausgleichselemente oft nicht funktionsfähig. Gerade am Beispiel eines Autos wird deutlich, wie viele Einsatzgebiete DAEs abdecken.

 Ohne Druckausgleich bauen sich Druckunterschiede zwischen Gehäuse und Umgebung auf.

Warum setzt man sie ein? Elektronik befindet sich meist nicht in einem luftleeren Raum, sondern in einem von Luft umgebenen Bauteil. Wenn die Elektronik in Betrieb ist, entsteht Wärme. Dadurch wird die Luft warm oder sogar heiß und dehnt sich aus: Es bildet sich ein Überdruck. Umgekehrt kann auch ein Unterdruck entstehen, wenn das Bauteil kälter als seine Umgebung ist. Druckunterschiede belasten die Bauteile und ihre Komponenten stark und können Schäden verursachen, insbesondere Verformungen und Undichtheiten bei Fugennähten, Verklebungen, Dichtungen und Steckverbindungen.
Werden die Bauteile undicht, kann zum Beispiel Wasser eindringen, wodurch die Elektronik schnell zerstört wird.

Das Druckausgleichselement ermöglicht wie der Name schon sagt den Druckausgleich. Denn es besteht aus einer atmungsaktiven Membran und klebt über einer kleinen Öffnung am Bauteil. Diese Membran ist luftdurchlässig. Luft zirkuliert zwischen Bauteil und Umgebung und gleicht den Druck aus. Damit durch die Membran keine Flüssigkeit eindringen kann, ist sie wasserdicht. Jede Flüssigkeit, auch Benzin oder Öl, perlt einfach ab. Schmutz kann weder an der Membran haften bleiben und ihr zusetzen noch ins Gehäuseinnere eindringen. Das Innenleben des Gehäuses ist somit optimal und zuverlässig geschützt.

Es gibt viele verschiedene Varianten von Druckausgleichselementen. Einen Einblick in diese Variantenvielfalt möchte ich Ihnen an gleicher Stelle im zweiten Teil der Serie geben, der in 14 Tagen erscheinen wird.

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