Ich habe ein DAE – wie bringe ich es jetzt an? (Teil 6)

Der entscheidende Punkt: Das DAE muss sicher und zuverlässig halten. Und das DAE muss sich natürlich optimal in den gesamten Fertigungsprozess einfügen, d.h. es muss schnell, sauber und zuverlässig aufgebracht werden können.

Möglichkeiten der Befestigung
Es gibt mehrere Möglichkeiten, Druckausgleichselemente an Bauteilen anzubringen. Welche Methode am besten geeignet ist, hängt von der Anwendung, dem Bauteil und den Umweltbedingungen ab, denen das Bauteil später ausgesetzt ist. Dazu zählen beispielsweise:

  • Materialzusammensetzung und Beschaffenheit des Bauteils,
  • Temperaturen,
  • Kontakt des Bauteils und somit des DAEs mit Medien, Flüssigkeiten oder auch Chemikalien,
  • Prozess- und Kostenüberlegungen hinsichtlich des Bauteilpreises,
  • erforderliche Gehäuseanpassungen,
  • Taktzeit in der Applikation,
  • Anfangsinvestitionen für die Applikations- / Befestigungseinheit

Die wichtigsten Applikationsverfahren und die damit verbundenen Vor- und Nachteile sind in dieser Tabelle kurz zusammengefasst:

1. Kleben

Anwendung eines selbstklebenden DAEs

Die einfachste und schnellste Lösung ist die Befestigung der Druckausgleichselemente durch Kleben.

Dafür werden die selbstklebend ausgestatteten DAEs auf Rolle angeliefert, eine automatische Applikation mit entsprechend schnellen Taktzeiten ist so möglich.

Automatische Applikation selbstklebender DAEs

Der Einsatzbereich der selbstklebenden Druckausgleichselemente geht von -40 bis +150 Grad Celsius.

Sonderformen wie das DAE HighProtect verbinden die Vorteile von selbstklebenden DAEs (leichte und schnelle Handhabung durch automatische Applikation, kaum Gehäuseanpassungen) mit den Schutzeigenschaften von DAE Caps, die sonst üblicherweise eingeklipst oder eingeschraubt werden.

  1. Ultraschallschweißen

Anwendung eines ultraschallverschweißbaren DAEs

Aufbau eines ultraschall- verschweißbaren DAEs

Druckausgleichselemente aus 100% PTFE Membranen können per Ultraschall- oder Thermokontaktschweißen aufgebracht werden.

Dabei wird eine Sonotrode (ein Werkzeug, welches durch das Einleiten von hochfrequenten mechanischen Schwingungen

(Ultraschall) in Resonanzschwingungen versetzt wird), auf Membran und Bauteil aufgebracht. Durch die Schwingungen entsteht eine Schweißnaht, die höchste thermische und chemische Beständigkeit aufweist und die IP Schutzklassen 66 und 67 erfüllt. Auch die ultraschallverschweißbaren DAEs können von der Rolle verarbeitet werden.

DAE im Ultraschallschweißprozess
(DAE mit Sonotrode)

  1. Klipsen / Schrauben
    Beim Klipsen oder Schrauben befindet sich die Membran in einem Kunststoffgehäuse, auch häufig Cap genannt. Dieses Cap wird durch eine passende Öffnung im Bauteil oder durch ein Gewinde auf das Gehäuse durch Schrauben oder Klipsen aufgebracht. Diese Variante ist in mechanischer Hinsicht eine der robustesten Lösungen, da die Belüftungsmembran durch das Gehäuse vollständig geschützt ist.

Nachteile sind die häufig höheren Kosten, die notwendigen Gehäuseanpassungen (so muss eine bestimmte Wandstärke bei der Gehäuseplanung und –realisierung eingehalten werden) sowie die Applikation (die Anlieferung erfolgt in Schüttgutform, eine automatische Applikation ist schwierig zu realisieren).

Schreiner ProTech bietet diese Lösung zum Klipsen / Schrauben nicht an, bei Interesse können wir jedoch einen kompetenten Partner vermitteln.

Eine mögliche Alternative zu den Caps ist, ein folienbasiertes, aufgeklebtes oder eingeschweißtes DAE verdeckt in ein Gehäuse einzubauen. Das DAE liegt somit hinter einem Gewinde, einem Kanal oder ähnlichem. Auf diese Weise lassen sich die Vorteile der einfacheren Applikation durch Kleben mit den Vorteilen des robusten mechanischen Schutzes verbinden.

Dies war der sechste und vorletzte Teil unserer Blogserie. Wenn Sie noch weitere Fragen oder Anmerkungen haben, freue ich mich sehr über Ihre Kontaktaufnahme unter annette.barth@schreiner-protech.com! Zum Abschluss ist ein Interview geplant, das Ende Januar erscheinen wird.

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