RFID: Die kommunikative Kennzeichnung

In einem PKW stecken über 10.000 Einzelteile. Sie bestehen aus verschiedensten Materialien, stammen von diversen Orten der Welt und werden unterschiedlich verarbeitet beziehungsweise gelagert. In der Automobilindustrie werden RFID-Etiketten zur Produktkennzeichnung immer häufiger bereits beim Zulieferer aufgebracht, um die Vorprodukte über den gesamten Produktionsprozess erfassen und dokumentieren zu können. RFID ist die Abkürzung für Radio Frequency Identification, was nichts anderes bedeutet, als die Funkerkennung von Daten ohne Sichtkontakt. Die mit RFID bestückten Bauteile werden darüber hinaus beim Zulieferer zur Qualitätskontrolle automatisch über einen Link zur ERP-Datenbank mit dem Sollstand verglichen. So kann zum einen sofort reagiert werden, wenn ein falsches Produkt vorliegt oder das Produkt noch nicht alle Stufen der Qualitätssicherung durchlaufen hat. Zum anderen wird das Produkt automatisch in der Datenbank als kontrolliert gebucht und abgelegt.

Zukunftsvision: Das ankommende Produkt informiert durch sein RFID-Etikett die Fertigungszelle, was mit ihm zu tun ist.

Zukunftsvision: Das ankommende Produkt informiert durch sein RFID-Etikett die Fertigungszelle, was mit ihm zu tun ist.

„RFID-Labels zur Produktkennzeichnung machen vor allem in drei Fällen Sinn: Wenn die Daten sehr schnell erfasst werden müssen, es keinen direkten Sichtkontakt zum Etikett gibt oder wenn eine Verschmutzung des Etiketts droht“, erklärt Frank Linti, Business Development Manager RFID bei Schreiner LogiData. Ein erheblicher Vorteil ist die automatische Pulkerfassung von vielen Objekten gleichzeitig. Auch in Bereichen, in denen Daten auf dem RFID-Chip gespeichert oder ergänzt werden sollen, bieten sich RFID-Labels an. Allerdings ist auf über 90 Prozent der RFID-Etiketten auch eine optische Codierung oder eine Klarschrift aufgedruckt. Schon allein deshalb, weil nicht alle Prozessbeteiligten immer mit der richtigen Readertechnik ausgestattet sind.

Doch möglich ist mit RFID-Etiketten noch viel mehr. Die große Idee heißt „Industrie 4.0“. In den Fabriken zeichnet sich schon heute eine Revolution ab. Ob in der Automobilindustrie, im Maschinen- und Gerätebau sowie in der metallverarbeitenden Industrie: Künftig sollen sämtliche Objekte in einer Fabrik auf Basis von Kommunikationstechnologien miteinander vernetzt sein. Bauteile, Maschinen und Produkte sollen als smarte Elemente den Produktionsprozess selbst steuern. Die Zukunftsvision in „Smart Factory“-Konzepten: Das ankommende Produkt informiert die Fertigungszelle, was mit ihm zu tun ist.

In einer Blogserie stellt der Geschäftsbereich Schreiner ProTech derzeit innovative Möglichkeiten moderner Produktkennzeichnungen vor. In den vergangenen Wochen ging es um innovative Typenschilder, die zugleich Schutz vor Fälschung beziehungsweise Schutz vor Manipulation bieten. Im Fokus standen außerdem Kombi-Label, Kleben auf schwierigen Untergründen wie Öl sowie die Geheimnisse der Getriebekennzeichnung. Themen in nächster Zeit werden u. a. das NFC-Typenschild, Klapplaminate sowie Lösungen für Herausforderungen Dampfstrahl- und Acetonbeständigkeit sein.

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